Was ist HPV?
Das humane Papillomavirus (HPV) wird durch sexuellen Kontakt übertragen, und die meisten sexuell aktiven Menschen kommen irgendwann damit in Berührung. Es gibt über hundert Typen: Niedrigrisikotypen können Genitalwarzen verursachen, während Hochrisikotypen – vor allem die Typen 16 und 18 – die Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs sind.
Die Infektion verursacht meist keine Beschwerden und wird in der Regel innerhalb von ein bis zwei Jahren vom Immunsystem beseitigt. Entscheidend sind Fälle, in denen das Virus lange bestehen bleibt.
Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs
Der Pap-Abstrich zeigt Zellveränderungen am Gebärmutterhals, der HPV-Test zeigt, ob das Virus vorhanden ist. Das nationale Früherkennungsprogramm der Türkei empfiehlt Frauen zwischen 30 und 65 Jahren alle fünf Jahre einen HPV-Test; die Intervalle unterscheiden sich von Land zu Land, und Ihre Ärztin kann je nach persönlichem Risiko einen anderen Abstand empfehlen.
Bei Frauen ohne Beschwerden spricht man von Früherkennung (Screening). Untersuchungen wegen Beschwerden oder nach einem bereits bekannten auffälligen Befund gelten dagegen als diagnostische Abklärung. Die Kolposkopie ist Teil dieser Abklärung.
Mein Befund ist auffällig – wie geht es weiter?
In Ihrem Befund können Begriffe wie ASCUS, LSIL oder HSIL oder ein positiver HPV-16/18-Test stehen. Die meisten dieser Befunde bedeuten keinen Krebs; sie zeigen, dass der Gebärmutterhals genauer untersucht werden sollte, meist mit einer Kolposkopie.
Ein auffälliger Befund kann beunruhigen, aber genau das ist der Sinn der Früherkennung: solche Veränderungen früh zu finden, bevor Krebs entsteht.
Wie läuft eine Kolposkopie ab?
Bei der Kolposkopie wird der Gebärmutterhals mit einem Vergrößerungsmikroskop betrachtet. Sie erfolgt in gynäkologischer Untersuchungsposition; verdünnte Essigsäure (und bei Bedarf eine jodhaltige Lösung) wird auf den Gebärmutterhals aufgetragen, um auffällige Bereiche sichtbar zu machen. Falls nötig, werden kleine Gewebeproben entnommen.
Die Untersuchung dauert meist 10–20 Minuten und erfolgt in einer kurzen Sedierung, damit Sie keine Schmerzen spüren. Sie sollte an einem Tag ohne Regelblutung geplant werden.
Behandlung von Krebsvorstufen
Nach der Behandlung folgen in festgelegten Abständen Kontrollen mit HPV-Test und Pap-Abstrich.
Vorbeugung
- Die HPV-Impfung schützt vor den meisten krebserregenden Typen.
- Auch nach einer Impfung sollte die regelmäßige Früherkennung fortgesetzt werden.
- Kondome bieten einen teilweisen Schutz; ein Rauchstopp hilft dem Körper, das Virus zu beseitigen.
Häufige Fragen
Mein HPV-Test ist positiv – habe ich Krebs?
Nein. Ein positiver HPV-Test zeigt nur, dass das Virus vorhanden ist. Die meisten Infektionen heilen von selbst aus; je nach Befund werden Kontrollen oder eine Kolposkopie geplant.
Gibt es ein Medikament gegen HPV?
Es gibt kein Medikament, das das Virus direkt beseitigt. Die Behandlung richtet sich gegen die Veränderungen, die das Virus am Gebärmutterhals verursacht; deshalb sind regelmäßige Kontrollen wichtig.
In welchem Alter kann ich mich gegen HPV impfen lassen?
Die Impfung ist am wirksamsten vor einem Kontakt mit HPV, kann aber auch später noch nützlich sein. Ob sie für Sie sinnvoll ist, können Sie mit Ihrer Ärztin besprechen.
Termin für eine Sprechstunde
Prof. Dr. Derya Sivri Aydın behandelt Patientinnen im Medical Park Bahçelievler Krankenhaus in Istanbul. Patientinnen aus dem Ausland werden vom Zentrum für internationale Patienten des Krankenhauses unterstützt.
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung; die für Sie passende Diagnose und Behandlung wird nach einer Untersuchung festgelegt. Letzte Aktualisierung: November 2026.